Ich habe jüngst eine Absage eines möglichen Auftraggebers erhalten, weil ich vermutlich zu proaktiv gewesen bin. Kein Scherz! Einerseits DANKE für die Red Flag und die damit verbundene Absage. Andererseits, was war das denn bitte!?
Worum geht`s konkret? Für den Relaunch einer Website hatte die damit beauftragte freie Webdesignerin auf einem Jobportal nach Textsupport gesucht. Kurzes Gespräch, alles super, Direktkontakt zum Kunden hergestellt, fertig. Dann das Telefonat mit dem Unternehmen, um die benötigten Inhalte und konkrete Details zu besprechen. Infolgedessen wurde ein Testballon vereinbart und über einen etwaigen SEO-Support gesprochen.
Was dann passierte! Relativ zügig kam die verärgerte Mail der Webdesignerin, dass ich mich doch recht unkollegial verhalte, weil ich externe Personen in das Projekt involvieren würde. Fair enough, sicher ein Missverständnis, wurde ja mit dem Chef so vereinbart und war ja nur eine Empfehlung. Denn im Telefonat hatte ich lediglich auf die Notwendigkeit einer SEO-Analyse hingewiesen, um von Anfang an SEO-optimierte und qualitativ hochwertige Inhalte erstellen zu können. Gerne kann ich einen Kontakt zu meiner SEO-Expertin herstellen.
Nach dieser Richtigstellung folgte vom Chef zunächst die Zusage für den Testballon (ohne SEO-Anlyse) und unmittelbar nach meiner Bitte um ein relevantes Keyword-Set dann doch noch die komplette Absage für die bereits angebahnte Zusammenarbeit. Natürlich zusammenhangslos per ChatGPT erstellt. Hallelujah.
Nach kurzem Durchschnaufen bin ich aber tatsächlich froh darüber, dass es nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen ist. Denn ich hätte mich unendlich verbiegen müssen, was ich mit Blick auf das jüngst erlebte Dilemma mit nach wie vor offener Rechnung tunlichst vermeiden will. Aber irgendwie lässt mich dieses fragwürdige Szenario dann doch recht sprachlos zurück. Weil ich das Gefühl nicht loswerde, dass wir Freelancer:innen bzw. unsere Dienstleistungen immer mehr an Wert verlieren. Erst recht, wenn wir mehr oder weniger ungefragt mitgestalten und mitdenken.
Und nun die allseits beliebte rhetorische Frage: Bin ich der Fehler im System oder drehen in der (zunehmend unter Druck geratenden) Wirtschaft langsam aber sicher alle durch?!